Wappen
Seit dem 26. August 1963 hat die Gemeinde Kattenes ihr eigenes Wappen.

Das rote und schwarze Kreuz auf silbernem Untergrund verweisen auf die frühere Zugehörigkeit zum Krondominat Trier-Köln (rot=Trier, schwarz=Köln).
Der Wellenbalken verweist auf die Mosel im grünen Land.
Das Mühlrad nimmt Bezug auf das Tal der 13 Mühlen.
Das Katteneser Hähnerbib
Beim Versuch, die Herkunft des Katteneser Spitznamens zu ermitteln, stoßen wir auf eine Schrift, herausgegeben vom Kuratorium zum Wiederaufbau der Dreifaltigkeitskirche auf dem Bleidenberg bei Oberfell in der es heißt:
„… Ferner waren die Feiertage Ostermontag und Pfingstdienstag förmliche Volksfeste, zu denen man von Nah und Fern hinzuströmte. Im Jahre 1787 entstand daraus selbst ein Prozess gegen die Kaufleute von Kattenes. Wie der Magistrat von Oberfell betonte, hatten die Katteneser gegen Gesetz und Herkommen ihre Waren auf dem Bleidenberg feilgeboten.
Der Rechtsstreit wurde mit ziemlicher Erbitterung geführt. Man erfährt aus ihm, das Brot, Schweine-, Hammel-, Kalb- und Rindfleisch dort feilgeboten wurden. Vielleicht waren die Oberfeller damals 1787 so erbost über das Geschäftsgebaren der Katteneser, dass man die unberechtigten Verkäufer am Wallfahrtsort fortan „Biber“ nannte, da sie ja wie Hühner auf einem fremden Hof, sich einige Körner vom Verkaufsgewinn einheimsen wollten.“
Ob es so war? – Wer will es noch wissen!
Geschichte
Als vor einigen Jahren auf dem gegenüberliegenden Plateau des Bleidenbergs Reste einer Siedlung des Homo Erectus gefunden wurden, was im westlichen Deutschland als einzigartiger Fund gilt, stand fest, dass unsere Heimat auf etwa 800.000 Jahre menschliches Leben zurückblicken kann. Zu dieser Zeit gab es kaum Bäume, die Region glich einer Tundra. Die Oberfläche der Ur-Mosel lag etwa 200 Meter höher und der Fluss erstreckte sich zwischen den heutigen Bergkanten.
Es lebten damals im Flussbereich von Cochem bis Koblenz etwa 200 Menschen in Stämmen von ca. 20 – 30 Mitgliedern. Neben dem Wollnashorn lebte auch der Waldelefant hier, der eine Schulterhöhe von bis zu 4 Metern hatte.
Im Laufe der Jahrtausende grub sich die Mosel immer tiefer ins Felsgestein, alle vierhundert Jahre etwa 1 cm.
In der Endphase der letzten Eiszeit (etwa zwischen 20.000 und 10.000 Jahren), die sich durch extreme Kälte auszeichnete, war unsere Region wahrscheinlich nicht besiedelt, jedenfalls gibt es hierfür keine Funde. Mit zunehmender Erwärmung ab dem 10. Jahrtausend v. Christus mehren sich die Funde menschlicher Siedlungen.
In der Jungsteinzeit, vor etwa 6 – 7 Tausend Jahren, haben hier Menschen gelebt, die in späteren Schriften als Kelten bezeichnet wurden und bereits Ackerbau betrieben. Etwa im zweiten Jahrhundert v. Christus begann dann eine Wanderungswelle der in Mittel- und Nordeuropa beheimateten Germanenstämme, die sich mit den Kelten vermischten. Zu diesen Germanenstämmen gehörten auch die „Chatten“ die aus dem heutigen Hessen stammten. Später nannte man die Chatten auch „Hassi“ oder „Hessi“. Man kann vermuten, dass sich die Herkunft der Ortsnamen von Kattenes und Hatzenport von diesem Volksstamm ableitet.
Um etwa 50 v. Chr. kamen die Römer zu uns und brachten neben der römischen Kultur auch den Weinbau mit. Funde am Mühlbach von altrömischen Mauern, Brandgräbern und Wasserleitungen belegen dies. Weitere römische Funde wurden beim Eisenbahnbau freigelegt: Sechs Steingräber mit ca. 14.000 Weißkupfermünzen und die alte Römerstraße, von Andernach kommend.
Nach 500 Jahren lösten die Franken unter ihrem König Chlodwig (482 – 511 ) die römische Herrschaft ab. Auch die Franken vermischten sich mit den ansässigen Römern, Kelten und Germanen. Aus dieser Zeit kommt die Bezeichnung „Moselfranken“ und die moselfränkische Sprache. Etwa um 629 – 639 übertrug Frankenkönig Dagobert wahrscheinlich dem Trierer Kloster St. Maximilian die ausgedehnten Besitztümer an der Mosel, zu denen auch Kattenes gehörte. Ab 882 n. Chr. fielen die Normannen und Ungarn ein.
Im zehnten Jahrhundert teilte Heinrich I. das fränkische Reich nach der Sprachgrenze auf. Das westfränkische Reich, heute Frankreich, sowie das ostfränkische Reich, heute Deutschland. Die Mosel, damals Lothringen zugehörig, fiel dem ostfränkischen Reich zu.
Durch Schenkung des Moselgebietes 1018 n. Chr. durch Kaiser Heinrich II. an die Trierer Erzbischöfe kam Kattenes, 1035 erstmals als „Hof Caneda“ urkundlich erwähnt, in geistliche Herrschaft.
Seit der Belagerung der gegenüberliegenden Burg Thurant 1248 teilten sich die Kurtrierer und Kurkölner Erzbischöfe den Anspruch. In dieser Zeit wurde zwischen Alken und Kattenes eine Kette über die Mosel gespannt, sozusagen als Grenze der beiden Bischofsländereien. Ebenfalls wurde von den Rittern der Burg Thurant Zoll erhoben. Einige vermuten den Namensursprung von Kattenes hier, abgeleitet von Kette, der römischen „Catena“. Im dreizehnten Jahrhundert wurde Kattenes wieder an weltliche Herren abgetreten.
1723 teilten sich 84 Besitzer die Weinberge von Kattenes auf:
- 14 Besitzer gehörten dem Adel oder der Kirche, beispielsweise Schloss Bürresheim, dem Grafen von Eltz, den Klöstern Kamp und Maria Laach, der Kirche Kattenes und der Bruderschaft Mutter Gottes an,
- 24 Besitzer kamen aus den Nachbardörfern wie Alken, Moselsürsch, Lehmen, Löf oder Küttig
- 29 Besitzer stammten aus Kattenes, wovon drei Familiennamen sogar heute noch vorhanden sind: Ackermann, Gries, Schmitt.
Von 1798 bis 1815 regierten die Franzosen in Kattenes und teilten uns der Bürgermeisterei Gondorf zu. 1815 fiel Kattenes dem preußischen Königreich zu und blieb bis 1945 unter dessen Herrschaft.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde auf der Konferenz von Jalta die Teilung Deutschlands in Besatzungszonen beschlossen. Kattenes stand nun kurzzeitig unter französischer Regierung. Seit der Gründung ist Kattenes nun ein recht kleiner Teil der Bundesrepublik Deutschland.
Mit seiner Einwohnerzahl von etwa 500 Menschen und einer Fläche von 144 Hektar ist Kattenes in beiden Kategorien der kleinste Moselort zwischen Koblenz und Cochem. Neben Heimat von gutem Wein ist Kattenes ebenso der Ursprungsort des „Moselfeuers“, einem bekömmlichen Kräuterlikör.
Am 20. September 2014 führte ein lokal begrenztes Starkregenereignis zu schweren Überschwemmungen des Katteneser Mühlentals und Teilen des Ortes. Es wurden große Mengen an Schlamm und Geröll aus dem Einzugsbereich des Baches bis in das Dorf gespült. Es erstanden erhebliche Sachschäden, Personen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden.
Sehenswürdigkeiten
Tal der 13 Mühlen
Seit etwa 400 Jahren gibt es im Katteneser Mühltal Mühlen. Durch eine Steigung von bis zu 24 % war das Tal ideal für den Mühlenbetrieb.
Je nach Größe eines Mühlrades konnten je Umdrehung bis zu 700 Liter Wasser in bis zu 42 Schaufeln mitgenommen werden, die die Mühle antrieben und klappern ließen.
Es gab kaum ein Tal, indem auf solch kurzer Distanz 13 Müller ihr Mehl und Öl mahlten. Die meisten Mühlen sind heute liebevoll restauriert. Ein Mühlrad dreht sich heute noch an der Asssenmacher Mühle.
Der rechte Südhang des Tales wird stark beschienen und trotz des kargen und felsigen Bodens hat sich hier eine eigene seltene Pflanzenvegetation eingerichtet.
Altar St. Anna Selbdritt
Im Jahr 1667 wurde der Altar der Katteneser St. Anna Kirche aus Tuffstein gemeißelt. In Europa existieren nur wenige Altare in dieser Größe, die aus einem Stück Stein gefertigt wurden.
Im unteren Teil befindet sich der Tabernakel, darüber der leidende Heiland „Ecce-Homo“ von pausbackigen Engelköpfen umrahmt.
In der Mitte zeigt der Altar „Maria und Anna mit dem Jesuskind“.
Daneben steht der hl. Antonius und der hl. Bernhardus.
Im mittleren Teil ist die Geburt Jesu abgebildet mit der Anbetung der hl. drei Könige aus dem Morgenland.
Im oberen Teil ist die Kreuzigung zu sehen.
Ausoniusstein
Der römische Kaiserlehrer und Ratgeber Ausonius soll der Sage nach im 8 Jahrhundert auf diesem Felsvorsprung die Moselhymne „Oh Mosella“ verfasst haben.
Die unterhalb gelegene Weinlage Ausonisstein gehört zum Nachbardorf Lehmen und beheimatet den recht selten gewordenen Apollofalter.
Alkener Lay
Bis zur Sprengung 1964 ragte die Lay bis in die Mosel hinein. Die Verbindung beider Orte vor und hinter der Lay ging nur durch einen kleinen Tunnel. Mann nannte diese Lay auch die „Mosellorelay“.
Burg Thurant
Burg Thurant wurde 1179 erbaut und später nach einer Belagerung geteilt.
Sie ist eine der wenigen Burgen des Landes mit zwei Burgfrieden. Sie diente einst den Kurtrierer und Kurkölner Erzbischöfen als Grenze. Eine Kette über die Mosel stoppte die Schiffer und zwang diese ihren Zoll zu leisten. Da die Zolleinnahmen aber nicht ans Kölner Erzbistum gezahlt wurden, lies der Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden die Burg belagern. Nach 3 Jahren Belagerung konnte die Burg im Jahr 1248 eingenommen werden und mußte große Abgaben nach Köln leisten. Vielleicht ermöglichten die Untermoselaner den Dombaubeginn zu Köln 1248 mit diesen Zahlungen.
Der Sage nach wurden Verräter auf eine Steinschleuder gesetzt und auf den Bleidenberg geschossen. Einer von ihnen sollte im Flug versprochen haben, falls er heil landen sollte, würde er dort eine Kirche errichten. Die Wallfahrtskirche steht seit dem 13. Jahrhundert dort. Sie ist heute in Privatbesitz und hat einen sehr schönen Ausbick ins Moseltal, in die Eifel und in den Hunsrück.
Sagen und Gebräuche
Sage vom Wingertsgräber
Unter der Alkener Lay soll in der heiligen Nacht ein Geräusch wie vom Graben im Weinberg gehört worden sein. Hierüber wird folgende Sage erzählt:
Zwei Nachbarn stritten sich um die Grenze ihrer Weinberge. Es kam darüber zum Prozess und die Richter kamen an Ort und Stelle zu einer Besichtigung. Der eine der beiden Kläger hatte vorher aus seinem Weinberg Grund und Boden in seine Schuhe gefüllt und schwor auf eigenem Grund und Boden zu stehen, während er auf dem Teil des Weinberges stand, um den sie sich stritten. Zur Strafe für diesen falschen Schwur konnte er nach dem Tode keine Ruhe finden und gräbt seitdem jede Christnacht im Weinberg.
Bis zur Kanalisation der Mosel 1964 und der damit verbundenen Sprengung der Lay trafen sich viele Katteneser in dieser Nacht und hörten das Graben.
Sage vom dreibeinigen Hund
An der Alkener Fähre wurde oft spät am Abend oder in der Nacht ein dreibeiniger Hund gesehen. Wer nachts noch überfahren musste, tat dies nicht ohne vorher ein Gebet zu verrichten. Denn wenn bei Abfahren des Nachens der Hund, der zum Sprung in den Nachen an der Kette lag, in den Nachen sprang, so ging der Nachen unter. Schon mancher soll auf diese Weise ertrunken sein.
Sage der beiden Nonnen
An der Alsmühle, im Löfer Alsbachtal die heute längst verfallen ist, wurden von dem dortigen Müller zuweilen zwei Nonnen gesehen, welche mit einer goldenen Stange zwei Eimer trugen. Dies sollte ihre Strafe sein für die Verfehlungen, die sie im Leben begangen haben.
Die Nonnen sollen aus dem Kloster gewesen sein, dass in der Nähe der Alsbachmühle stand und Kommer genannt wurde.