Kattenes und seine Geschichte


Als vor einigen Jahren auf dem gegenüberliegenden Plateau des Bleidenbergs Reste einer Siedlung des Homo Erectus gefunden wurden, was im westlichen Deutschland als einzigartiger Fund gilt, stand fest, dass unsere Heimat auf etwa 800.000 Jahre menschliches Leben zurückblicken kann.
Zu dieser Zeit gab es kaum Bäume, die Region glich einer Tundra. Die Oberfläche der heutigen Mosel lag etwa 200 Meter höher und der Fluss erstreckte sich zwischen den heutigen Bergkanten.
Es lebten damals im Flussbereich von Cochem bis Koblenz etwa 200 Menschen in Stämmen von ca. 20 – 30 Mitgliedern. Neben dem Wollnashorn lebte auch der Waldelefant hier, der eine Schulterhöhe von bis zu 4 Metern hatte.
Im Laufe der Jahrtausende grub sich die Mosel immer tiefer ins Felsgestein, alle vierhundert Jahre etwa 1 cm.
In der Endphase der letzten Eiszeit (etwa zwischen 20.000 und 10.000 Jahren), die sich durch extreme Kälte auszeichnete, war unsere Region wahrscheinlich nicht besiedelt, jedenfalls gibt es hierfür keine Funde.
Mit zunehmender Erwärmung ab dem 10. Jahrtausend v. Christus mehren sich die Funde menschlicher Siedlungen.
In der Jungsteinzeit, vor etwa 6 – 7 Tausend Jahren, haben hier Menschen gelebt, die in späteren Schriften als Kelten bezeichnet wurden und bereits Ackerbau betrieben. Etwa im zweiten Jahrhundert v. Christus begann dann eine Wanderungswelle der in Mittel- und Nordeuropa beheimateten Germanenstämme, die sich mit den Kelten vermischten. Zu diesen Germanenstämmen gehörten auch die „Chatten“ die aus dem heutigen Hessen stammten. Später nannte man die Chatten auch „Hassi“ oder „Hessi“. Man kann vermuten, dass sich die Herkunft der Ortsnamen von Kattenes und Hatzenport von diesem Volksstamm ableitet.
Um etwa 50 v. Chr. kamen die Römer zu uns und brachten neben der römischen Kultur auch den Weinbau mit. Funde am Mühlbach von altrömischen Mauern, Brandgräbern und Wasserleitungen belegen dies. Weitere römische Funde wurden beim Eisenbahnbau freigelegt: Sechs Steingräber mit ca. 14.000 Weißkupfermünzen und die alte Römerstraße, von Andernach kommend. Nach 500 Jahren lösten die Franken unter ihrem König Chlodwig (482 – 511 ) die römische Herrschaft ab.
Auch die Franken vermischten sich mit den ansässigen Römern , Kelten und Germanen. Aus dieser Zeit kommt die Bezeichnung „Moselfranken“ und die moselfränkische Sprache. Etwa um 629 – 639 übertrug Frankenkönig Dagobert wahrscheinlich dem Trierer Kloster St. Maximilian die ausgedehnten Besitztümer an der Mosel, zu denen auch Kattenes gehörte. Ab 882 n. Chr. fielen die Normannen und Ungarn ein.
Im zehnten Jahrhundert teilte Heinrich I. das fränkische Reich nach der Sprachgrenze auf. Das westfränkische Reich, heute Frankreich, sowie das ostfränkische Reich, heute Deutschland. Die Mosel, damals Lothringen zugehörig, fiel dem ostfränkischen Reich zu.
Durch Schenkung des Moselgebietes 1018 n. Chr. durch Kaiser Heinrich II. an die Trierer Erzbischöfe kam Kattenes, damals 1035 erstmals als „Hof Caneda“ urkundlich erwähnt, in geistliche Herrschaft. Seit der Belagerung der gegenüberliegenden Burg Thurant teilten sich die Kurtrierer und Kurkölner Erzbischöfe den Anspruch.
In dieser Zeit wurde zwischen Alken und Kattenes eine Kette über die Mosel gespannt, sozusagen als Grenze der beiden Bischofsländereien. Ebenfalls wurde von den Rittern der Burg Thurant Zoll erhoben. Einige vermuten den Namensursprung von Kattenes hier, abgeleitet von Kette, der römischen „Catena“.
Im dreizehnten Jahrhundert wurde Kattenes wieder an weltliche Herren abgetreten.
1723 teilten sich 84 Besitzer die Weinberge von Kattenes auf:
14 Besitzer gehörten dem Adel oder der Kirche, beispielsweise Schloss Bürresheim, dem Grafen von Eltz, den Klöstern Kamp und Maria Laach, der Kirche Kattenes und der Bruderschaft Mutter Gottes an.
24 Besitzer kamen aus den Nachbardörfern wie Alken, Moselsürsch, Lehmen, Löf oder Küttig.
29 Besitzer stammten aus Kattenes, wovon drei Familiennamen sogar heute noch vorhanden sind: Ackermann, Gries, Schmitt.
Von 1798 bis 1815 regierten die Franzosen in Kattenes und teilten uns der Bürgermeisterei Gondorf zu.
1815 fiel Kattenes dem preußischen Königreich zu und blieb bis 1945 unter dessen Herrschaft.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde auf der Konferenz von Jalta die Einteilung Deutschlands in Besatzungszonen beschlossen. Kattenes stand nun kurzzeitig unter französischer Regierung. Seit gut 60 Jahren ist Kattenes nun ein recht kleiner Teil der Bundesrepublik Deutschland.
Mit seiner Einwohnerzahl von etwa 500 Menschen und einer Fläche von 144 Hektar ist Kattenes in beiden Kategorien der kleinste Moselort zwischen Koblenz und Cochem. Neben Heimat von gutem Wein ist Kattenes ebenso der Ursprungsort des „Moselfeuers“, einem bekömmlichen Kräuterlikör.